18. April 2019
Region Ninh BINH 🌄
Angekommen in Tam Coc, einem Ort in der Ninh Binh Region wurden wir aus dem Bus geschmissen. Dort standen wir nun, auf einer vollen Straße knapp 13km entfernt von unserem Hostel, und hatten absolut keine Ahnung wie wir dort hin kommen sollten. Ein Taxi wurde uns schließlich für 7,60€ angeboten, ein ziemlich hoher Preis. Doch wir konnten uns auf 4,90€ einigen. Uns wurde etwas mulmig als unser Fahrer auf einen Schotterweg abbog und an allen Hostels vorbei fuhr, immer tiefer in die Wildnis hinein. Doch dann, lichtete sich links die Felswand um Platz zu machen für den Blick auf weite saftig grüne Reisfelder. Und rechts stand es, unser Hostel umgeben von einem wunderschönen Garten.

Direkt wurden wir herzlich empfangen und in unseren Schlafsaal geführt. Kaum dort angekommen machten wir schon die Bekanntschaft einer weiteren Deutschen. Mit ihr erkundeten wir die Region auf Fahrrädern, welche vom Hostel gestellt waren. Perfekt auf unsere Größe angepasst und voll funktionsfähig 😉, dementsprechend beschlossen wir uns am nächsten Tag wieder Roller zu leihen um auch tatsächlich an unseren Zielen anzukommen. Am Abend machten wir uns auf den Heimweg und hielten die Augen offen für ein passendes Restaurant. Auch dieses Mal wurden wir schnell fündig und setzten uns zu einem heimischen Lokal. Nachdem wir unsere Essenwünsche grob auf Englisch geäußert hatten, bekamen wir eine Portion Reis für eine Großfamilie, eine grünliche Brühe, nicht identifiziebares Gemüse, interessant anmutendes Fleisch und eine Schüssel voll Kräuter, welche wir uns noch selber pflücken konnten. Das ganze zusammen schmeckte gar nicht mal so schlecht und wir bezahlten mit Getränken zu dritt nur 8€. Gesättigt durch unser Mahl legten wir uns in unser Bambushaus ... pardon Hostel. Wir hatten große Pläne für den Morgen, wir wollten unter den ersten Besuchern der Na Trang Bootstour sein. Also stellen wir den Wecker auf 6:00.
Nach einem schnellen Frühstück hüpften wir drei auf unsere Roller und düsten in Richtung Na Trang, nur um enttäuscht zu werden von den bereits in grell orangenen Schwimmwesten gekleideten Asiaten, welche die Anlage überschwemmten. Von diesen wurden wir ziemlich intensiv angestarrt und bakamen das Gefühl eine größere Attraktion als die Felsformationen zu sein. Die Regelung war mal wieder typisch vietnamesisch: Wir verstanden absolut gar nicht was vor sich ging und ließen es einfach über uns ergehen mit der Hoffnung auf einem der vielen Boote zu enden. Kaum saßen wir im Boot ging es ebenfalls für uns unverständlich weiter, unsere Guide hatte scheinbar eine eigene Route im Kopf welche wir nicht auf unserem Plan wiederfinden konnten. Doch Mangels Verständnis blieb uns nichts anderes übrig als zu gucken was passiert. Die Schlucht war trotz schlechtem Wetter unglaubliche eindrucksvoll und wir genossen die Idylle.

Den folgenden Regenschauer konnten wir mit dem Mittagessen im Hostel überbrücken. Kaum waren wir fertig, klarte es auf und sogar die Sonne begrüßte uns in Vietnam, besser spät als nie. Mit einem breiten grinsen im Gesicht machten wir uns auf den Weg zur alten Tempelstadt Hoa Lu. Dort wurde das Kaiserfest in vollen Zügen gefeiert, vergleichbar mit einer Kirmes. Nach einer kurzen Besichtigung der Stadt verabschiedeten wir uns von unserer Weggefährtin und machten uns auf zum Bai Dinh Tempelkomplex.
Wir besichtigten die Anlage mit all ihren Bauwerken. Diese beinhalten einige Tempel, viele lebensgroße Mönchstatuen, eine riesige Buddhastatue und eine noch größere Pagode, die man schon aus weiter Entfernung sehen kann.


Nach einigen Treppenstufen vorbei an unzähligen Mönchstatuen erreichten wir ein Café mit einer einzigartigen Aussicht über die Region. Von hier aus konnte man bei einem erfrischenden Smoothie die mit historischen Bauwerken gespickte Landschaft überblicken.

Bei einer kurzen Spritztour kam beim Sonnenuntergang eine ganz besondere Atmosphäre auf. Die Sonne konnte man zwar nicht sehen, jedoch wurde alles von dem orangen Schein eingenommen und man hätte denken können, dass jeden Moment eine Filmcrew aus dem Gebüsch gesprungen kommt. In Bildern konnte man diese einzigartige Atmosphäre leider nicht komplett einfangen.

Den nächsten Tag widmeten wir der Umgebung von Tam Coc. Hier liegen Reisfelder Seite an Seite. Die Region wird auch die trockene Ha Long Bucht genannt, da hier ganz ähnliche Felshügel zu sehen sind, die Täler jedoch nicht von Wasser sondern von Feldern bedeckt sind.
Auf dem Hang Mua Aussichtspunkt, den wir nach einem Aufstieg von fast 500 Treppenstufen erreichten, waren die Felder inzwischen der Felsformationen sehr gut zu überblicken.


Sehr zu empfehlen ist das Rollerfahren in der Umgebung von Tam Coc, da man hier beim spontanen Erkunden viele Höhlen und Pagoden findet, die nicht von Touristen überlaufen und trotzdem wunderschön anzusehen sind.
Kommen wir nun zu einem ganz besonderen Moment der Reise: Raphaels Traum, der die Inspiration zu der ganzen Reise darstellt. Dieser Traum ist die einfache Vorstellung davon, mit einem Motorroller in Vietnam durch die Reisfelder zu düsen. Dieser Traum sollte heute in Erfüllung gehen. Tam Coc, die perfekte Kulisse für dieses Szenario. Los ging es also nachdem Raphael einen vom Aussichtspunkt gesichteten Weg auf Google Maps identifizierte und wir dort angelangten. Jetzt war es soweit. Ein Reisfeld links, ein Reisfeld rechts. Unter Raphael ein Motorroller mit brummendem Motor, bereit für die Fahrt. Vorerst ging es über relativ festen Boden, langsam wurde der Weg aber immer enger und matschiger. Raphaels Traum war zwar erfüllt, doch aufeinmal steckten wir fest. Zwei Backpacker, verzweifelt an ihren Rollern am zerren. Die Hoffnung war fast verloren, doch dann kam zum Glück eine Gruppe an Radfahrern, die uns bei der Befreiung halfen. Schnell standen wir wieder auf der Piste und fuhren noch bis in den Abend durch die Landschaften.
