19. April 2019
Wie wir 150km mit einem Roller fuhren 🛵
Schon in Hanoi erfuhren wir von anderen Reisenden, dass man mit dem Roller von Hue nach Hoi An fahren kann. Von diesem Vorhaben besessen stiegen wir schließlich in den Zug von Ninh Binh nach Hue um 17:30. Da die Zugafahrt knapp 11 Stunden dauern würde hatten wir uns in einem Schlafabteil zwei Betten reserviert um ausgeschlafen und gut gelaunt um 4:30 in Hue anzukommen. Doch sobald wir die Kabinen erblickten wurde uns bewusst, dass eine bequeme und erfrischende Fahrt nahe zu ausgeschlossen war. 3 dicht übereinander hängende Betten auf jeder Seite der Kabine, die unteren beiden bereits belegt von einer Familie samt Kleinkind. Wir hatten auf der rechten Seite das zweite und dritte Bett. Uns blieb nichts anderes übrig als uns in unsere Schlafkojen zu quetschen und irgendwie zu entspannen. Das rütteln des Zuges, die quälend lauten durchsagen und die Bretter, welche als Betten dienten, machten dieses Vorhaben nicht gerade einfach. Doch uns blieb nichts anderes übrig als irgendwie die Augen zu schließen und zu hoffen, dass man irgendwann in das Land der Träume hinabsteigt. An die darauffolgenden Stunden können von uns nur noch verschwommen erinnern. Als der für 4 Uhr gestellte Wecker endlich die Erlösung brachte, sprangen wir beide voller Tatendrang aus dem "Bett". Kaum angekommen in Hue wurde das erste offene Café aufgesucht, um dann gleich einsatzbereit zu sein um die zwei Motorroller auszuleihen. Diese waren mit dem Service verbunden, dass unsere großen Rucksäcke nach Hoi An gebracht werden und mit der Möglichkeit, dass wir die Roller dort auch zurückgeben können.
Und schon gleich konnte es losgehen, doch zuerst mussten wir uns noch der Hue typischen Bun Bo Hue (eine spezielle Nudelsuppe) unterziehen. Diese entsprach leider nicht so ganz unseren Vorstellungen für ein Frühstück. Nach der Besichtigung der ehemaligen Kaiserstadt nahmen wir uns als nächstes Ziel den Wolkenpass vor.


Wir fuhren die gesamte Zeit an der Küste entlang und konnten nicht nur den Fahrtwind, sondern auch einen wunderschönen Ausblick auf die Bucht gefüllt mit Fischern genießen. Dieser Weg führte uns durch kleinere Dörfer und Dschungel artige Wälder. Doch um besagten Pass zu erreichen mussten wir früher oder später auf die Autobahn auffahren. Auf dieser passierte nicht all zu viel, die Landschaft war nicht sonderlich besonders, wenig Verkehr und sie führte einfach nur gerade aus. Gerade als Langweile aufkam passierte es! Auf der Gegenfahrbahn hörten wir einen lauten Knall und viel Rauch. Der Reifen eines LKWs platzte. Doch außer diesem Zwischenfall passiert nichts außergewöhnliches. Endlich erreichten wir den Pass. Dieser führt über eine Bergkette, welche Nord- und Südvietnam geographisch trennt. Die Aussicht die sich uns von nun an auf der Strecke boht, kann man nicht mal mit Bilder beschreiben! Trotzdem versuchen wir euch einen Eindruck zu verschaffen.


Nach der Überquerung des Passes kamen wir ziemlich schnell in die Nähe der Stadt Da Nang. Wir beschlossen in dieser etwas zu essen zu finden. Also fuhren wir in Richtung Zentrum. Wie sich heraus stellte haben wir nichts aus Hanoi gelernt. Die Straßen voller Mopeds und überall gehupe, wir waren Hoffnungslos überfordert. Irgendwie schafften wir es lebend durch das gewusel, beschlossen aber direkt nach Hoi An zu fahren und doch dort etwas zu essen.
Wir ließen den Abend ruhig beim Schein der vielen Lampions ausklingen und fielen schon früh todmüde ins Bett.