13. April 2019
Die Halong-Bucht 🌴🚌
Müde, der Bauch noch voll von der Food-Tour und verwirrt. Zwei Backpacker suchen den Busbahnhof, auf dem der gebuchte Bus zur Halong-Bucht abfahren soll. Das Vertrauen lag auf Google Maps, doch der dort gezeigte Standort war ca. 3km entfernt von der realen Position. Nach einem gehetzten Fußmarsch dort hin, der gebuchte Bus war vor 15min abgefahren, hofften wir auf den nächsten Bus. Flexibel, wie man hier in Vietnam ist, wurde man sogleich von der Frau am Schalter zu einem Bus geleitet und bezahlen mussten wir die extra Fahrt auch nicht. Erleichterung kam auf... Naja... Bis der Bus dann los fuhr. Wir kannten zwar das hier übliche Verhalten im Straßenverkehr, aber die Busfahrt war trotzdem nochmal ein Erlebnis für sich. Bei voller Auslastung der Federung und der Hupe wurde die zu fahrende Strecke bewältigt und wir kamen schließlich lebendig in Ha Long an.
Schnell fanden wir heraus, dass das im Vorraus gebuchte Hostel in Ha Long nicht wirklich gut gelegen war, um die Bucht zu entdecken, und so buchten wir ein anderes Hostel auf der Insel Cat Ba, von wo aus alle wichtigen Punkte gut zu erreichen waren.


Für umgerechnet 7,60€ pro Person für 2 Tage liehen wir uns Roller, die sich sehr gut dazu eigneten, die Insel zu erkunden.

Die Küstenstrecke, die wir direkt am ersten Abend entlang fuhren, eröffnete uns den Blick auf raue Inselformationen. Die Halong-Bucht ist gesprenkelt mit hunderten Inseln, welche alle einzigartige und steile Klippen vorzuweisen haben. Wir genossen den Fahrtwind in unserem verschwitzten Zustand und düsten noch lange auf besagter Insel umher.


Als sich der Hunger bemerkbar machte, fingen wir an uns nach einer geeigneten Location umzuschauen. Schnell wurden wir fündig: Ein Hostel Namens Sweet Potato. In dessen Restaurant gönnten wir uns eine, für unsere Verhältnisse teure (ca. 5€), Mahlzeit. Dafür bekamen wir dann aber auch einen lokal gefangenen Fisch in Passionsfruchtsoße und einen leckeren Burger.
Am nächsten Morgen ging es, trotz verschlafenem Wecker, früh los in Richtung Nationalpark. Dort wollten wir einen Aussichtspunkt erklimmen namens Ngu Lam Peak. Die Fahrt ins Innere der Insel führte vorbei an einer wunderschönen Landschaft. Die mit tropischem Wald bedeckten Felsen gaben ab und zu den Blick frei auf satt grüne Reisfelder und kleinere Dörfchen. Angekommen am Nationalpark hieß es: Roller abstellen und zu Fuß weiter. Die Pfade waren gut ausgeschildert, trotzdem musste man ab und zu raten wo es weiter ging. Über Felsen kletternd, Treppenstufen erklimmend und durch den Wald kämpfend, und das ganze bei einer konstanten Steigung sowie einer nie abschwächenden humiden Hitze, erreichten wir schließlich den Gipfel. Dort erkannten wir, dass es die Anstrengung Wert war. Von einem Lüftchen abgekühlt konnten wir in Ruhe die einzigartige Aussicht über die von kleineren Hügel übersähte Landschaft genießen. Um uns herum nichts als Wald, dessen Geräusche allgegenwärtig. Das laute Zirpen der Zikaden oder der ab und zu hörbare Schrei eines Affen prägten die Atmosphäre und riefen uns auf, ein wenig zu verweilen.


Nach einem ebenso anstrengenden Abstieg machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Mittagessen, welches wir schnell am Straßenrand in einem kleinen Lokal fanden.
Auf dem Rückweg passierte es: Carlos Handy nicht mehr auffindbar! Ob es beim stürmischen Rollerfahren aus der Tasche glitt oder schon beim Essen fehlte konnten wir im Nachhinein nicht mehr feststellen. Fakt ist, dass es nicht mehr auftauchte. Nun gut, life goes on....
Trotz getrübter Stimmung machten wir uns auf zur sogenannten Hospital Cave. Dort stellten wir fest, dass diese Bereits geschlossen war. Wir griffen zu Plan B: Entspannen am Strand. Es gibt drei Stadtstrände in Cat Ba Stadt, doch wir entschlossen uns einen kleineren abgelegenen Strand zu erkunden. Einen solchen hatten wir bereits auf unserer ersten Erkundungstour am vorherigen Tag entdeckt und erhofften uns von diesem weniger Trubel.
Was wir dort vorfanden, hätten wir uns nie erträumen können. Der Strand, gehörend zu einem Hostel, wurde mit guter Musik beschallt und an einer Bar konnte man sich einfach mit den nötigen Getränken ausstatten. Der gesamte Strand strahlte eine sehr entspannte Stimmung aus, diese wurde durch Hängematte und selbst gebauten Bänken verstärkt. Ebenfalls trugen die vielen Aussteiger, die sich scheinbar an diesem Hostel sammelten, zu diesem Gefühl bei. Wir schlossen uns einem Volleyballspiel am Strand an, bis wir mal wieder Hunger hatten und in das zugehörende Restaurant umsiedelten. Nach einem billigen aber reichlichen Mahl entschlossen wir uns den Abend an diesem besagten Strand zu verbringen.
Am nächsten Tag ging es schon früh aus dem Bett, denn wir wollten diesmal den Bus nicht verpassen. Um 9:30 fuhren wir los in Richtung Ninh Binh.
Hier geht unsere Reise nun weiter.