Neuseeland 2019

Loading...

29. Mai 2019

Franz Josef & Wanaka 🌳

Man munkelte ja, dass Neuseeland eines der regenreichsten Länder der Welt sei. Dementsprechend bestand der Inhalt unseres Backpacking Rucksackes zu mindestens 40% aus Regen-Equipment wie Regenjacke, Schirm oder Raincovers. Im Laufe der Wochen wurden diese von uns immer weiter in die Tiefen unseres Rucksackes verstaut und stattdessen die “sommerlichen” Sachen nach oben geordnet. Leider falsch gedacht! Mit dem Erreichen der Südalpen trafen wir das erste Mal auf eine Regenfront. Prinzipiell nichts schlimmes, in Deutschland regnet es ja auch mal. Dennoch hatte dies auf unsere Pläne der kommenden Tage gravierende Auswirkungen. Die Vorfreude auf die geplante Besteigung des Gletschers in Franz Josef, welche übrigens die einzigste Attraktion im 444 Einwohnerdorf ist, fiel damit wortwörtlich in Wasser. Stattdessen hieß es für uns zwei Tage Aufwärmen am Kamin mit kniffeligem Sudokuheft. 

Am 27.05 ging es dann erfreulicherweise für uns zwei begeisterte Backpacker weiter in Richtung Süden. Die für neun Stunden angekündigte Busfahrt mit einem echt coolen Busfahrer verkürzte sich aufgrund der andauernden Schlechtwetterlage um drei einhalb Stunden. Vor Betreten des Buses beschwerten sich schon einige Mitinsassen über einen immer noch stark alkoholisiert jungen Engländer, der in der Nacht zuvor zu tief ins Glas geschaut hatte. Nach 45 minütiger Fahrt und einer kurz zuvor gemachten Frühstückspause nahm das Schicksal seinen Lauf...

Mitten auf der Landstraße, ohne Seitenstreifen, machte der Bus eine Vollbremsung und lenkte scharf nach links in den Graben. Die Verwunderung war groß, schon wieder eine Pause? Plötzlich schoss der berüchtigte Engländer von seinem Sitz auf, sprintete nach vorne, griff sich gerade noch so eine leere Plastiktüte und weg war er. 

Alle fragten sich: “Was ist denn jetzt los?” Der ganze Bus versammelte sich an der linken Fensterfront und beobachtete das Schauspiel: Nicht nur, dass er seinen Mageninhalt an der Straßenseite Neuseelands und an seiner Kleidung platzierte, er fiel währenddessen auch noch kopfüber in ein 1 m tiefes Schlammloch. Der Busfahrer ermöglichte uns die beste Sicht indem er noch provokant den Bus zurücksetzten ließ, damit auch ja jeder die beste Sicht auf das Spektakel hatte. 

Das Gelächter im Bus war riesengroß. Besonders seine vorherigen Zimmergenossen empfanden Schadenfreude und bekamen sich nicht mehr ein. 

Nachdem er vom Busfahrer netterweise neu eingekleidet worden war, erzählte er auch noch jedem einzelnen im Bus, was eh jeder schon gesehen hatte, dass er in eine rieeeeeeeeesiges Loch gefallen sei und mit Schlamm bedenkt war. Die Antwort darauf war immer: “ Wir haben es alle gesehen und jeder hat gelacht!”

Beim Erreichen von unserem nächsten Zielort Wanaka bedankte sich der Busfahrer übers Mikrofon beim jungen Engländer für “the lovely entertainment” und forderte alle Insassen auf für diesen einmal kräftig zu Applaudieren. Das Gelächter war wieder groß. 

Gut gelaunt von unserer bisher unterhaltsamsten Fahrt vergaßen wir fast das es draußen immer noch in Strömen schüttete. 

Jedoch meinte es am nächsten Tag der Wettergott Petrus gut mit uns und schicke uns vereinzelte Sonnenstrahlen und keinen Regen. Dies wurde sofort von uns ausgenutzt, um uns die wunderschöne Landschaft und Natur Wanakas anzuschauen. Die Highlights war der weltbekannte “Wanaka tree” und ein Aufstieg auf den Mount Iron. Von dort aus hatte man einen atemberaubenden Blick über ganz Wanaka, welches in einer einzigartigen Kulisse von Bergen und Seen liegt. Für uns ist Wanaka bisher der schönste Ort auf der Südinsel gewesen. 

Als nächstes werden wir morgen nach Queenstown, eine junge, hippe Stadt, fahren und dort die nächste Woche verbringen. Schnee war kommen! ❄

clear select_all 1 Foto(s) ausgewählt