1. Mai 2019
Tag 30 - 29. Etappe
25 km von Portomarín nach Palas de Rei.
Auf der heutigen Strecke gab es nicht viel zu sehen, außer viele andere Pilger. Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich mich nur aufs Laufen konzentrierte, da ich leichte Kopfschmerzen hatte. Unter diesen vielen Pilgern war allerdings niemand, den wir kannten.
Als wir in Palas de Rei ankamen, hingen in den ersten Herbergen schon überall die „Completo”-Schilder, alles schon belegt. Also versuchten wir unser Glück in einem großen Herbergen/Hostel-Komplex namens „San Marcos”. Auch hier wurde uns zuerst gesagt, dass schon alle Doppelzimmer voll seien, obwohl hinter der Empfangsdame noch alle Schlüssel am Schlüsselbrett hingen, also wieder alle vorgebucht. Dann sagte sie aber, dass sie noch einen Raum in einem anderen Gebäude unter dem Dach hätte, den sie uns anbieten könnte. Da wurde natürlich nicht nein gesagt und kurz danach waren wir mit einem weiteren Mann und der Empfangsdame auf dem Weg zu dem anderen Gebäude.
Es lag ein wenig weiter entfernt und bestand anscheinend aus zwei Etagen nur mit, anscheinend schon reservierten, Doppelzimmern. Wir wurden in die dritte Etage direkt unters Dach geführt. Durch eine Tür mit der Aufschrift „Privado” hindurch, wurden wir von mehreren Räumen mit zum Trocknen aufgehängten Bettlaken begrüßt. In einem dieser Räume waren drei einfache Betten aufgestellt, immerhin würden wir hier oben durch die Aufschrift an der Tür nicht gestört werden und ein eigenes Bad auf dem Gang hatten wir auch noch.
Auf dem Weg zum Abendessen liefen wir dem Schnarcher über den Weg, der uns freundlich begrüßte und mir mitteilte, dass ich keine Angst mehr haben müsste, falls wir nochmal auf ein Zimmer kämen, da er jetzt nicht mehr erkältet sei. Wir waren anscheinend mittlerweile bei ihm und seinen drei italienischen Freunden zu einem Running Gag geworden, die sich immer freuten, uns zu sehen. Allerdings vermutete ich, dass der Schnarcher trotzdem noch schnarchen würde, weshalb ich es auch noch weiterhin vermeiden werde, mit ihm auf ein Zimmer zu kommen.
Beim klassischen Pilgermenü saß am Nachbartisch erneut ein Pilger aus der „Casa Paderborn”, den wir ebenfalls zuletzt in Puente la Reina gesehen hatten. Mittlerweile war er allerdings mit einer anderen kleinen Pilgergruppe unterwegs. Es schien, als würden auf den letzten Kilometern alle wieder zusammenlaufen, obwohl man einige schon lange nicht mehr gesehen hatte.
Noch 66 km bis Santiago de Compostela.