Jakobsweg 2019

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30. April 2019

Tag 29 - 28. Etappe

20 km von San Silvestre (Barbadelo) nach Portomarín.


Heute morgen war es ziemlich neblig und es waren noch wenig andere Pilger unterwegs.

Ab und zu hörte man Stimmen näher kommen und irgendwann tauchte dann auch der Pilger dazu auf.

Auf der heutigen Etappe kamen wir auch an dem offiziellen 100 km Stein vorbei, an dem einige Pilger stehen blieben, um Fotos zu machen.

Ein paar Stunden später waren dann doch mehr Pilger unterwegs und wir trafen Bernard wieder, den Pilger aus Australien, den wir auf dem Weg nach Reliegos kennen gelernt hatten und den wir zuletzt vor 6 Tagen in Rabanal del Camino gesehen hatten. Er gab uns netterweise ein Getränk aus und wir liefen den restlichen Weg bis nach Portomarín gemeinsam.


Generell merkte man, dass man sich jetzt auf den letzten 100 km nach Santiago und damit quasi auf der Zielgeraden befand, denn man traf immer wieder Leute, die man schon länger nicht mehr gesehen hatte. So trafen wir zum Beispiel eine Berlinerin aus der „Casa Paderborn” wieder, die wir das letzte mal in Puente la Reina gesehen hatten, das holländische Pilgerpaar aus Zubiri und das amerikanische Pilgerpaar vom Abstieg nach Molinaseca liefen ebenfalls die selbe Strecke.


Andererseits merkte man auch, dass viele neue Pilger unterwegs waren, die erst in Sarria eingestiegen waren. So trafen wir zwei deutsche Frauen, Mutter und Tochter, die den Jakobsweg gemeinsam in Begleitung eines Rollstuhls liefen, falls die schon ältere Mutter mal nicht mehr konnte. Auch 73 spanische Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren liefen heute an uns vorbei, die den Jakobsweg von der Schule aus mit einigen Lehrern und einem Pastor liefen und in den nächsten Tagen einige Herbergen „verstopfen” würden. Vor allem abends in Portomarín fiel auch auf, dass viele neue Pilger aus Asien eingetroffen waren, die jetzt überall in den Restaurants saßen.


Um nach Portomarín zu gelangen mussten wir eine lange Brücke über einen Stausee überqueren, der durch eine 40 km weit entfernte Staumauer entstanden war. Das angestaute Wasser stieg dabei so hoch, dass es den alten Ort überflutete. Einige Gebäude, wie zum Beispiel die Kirche, wurden abgetragen und weiter den Hang hoch wieder neu aufgebaut.


Über eine weitere Brücke/Treppe in der Mitte eines Kreisverkehrs gelangte man dann in die Stadt.


Dort angekommen gingen wir wieder auf die Suche nach einem Schlafplatz. Vor allem durch die vielen neu eingestiegenen Pilger stellte sich dies aber als problematisch heraus. Die meisten Herbergen und Hostels waren entweder schon voll oder alles war schon reserviert. Letztendlich erhielten wir ein Doppelzimmer in einem Hotel über einer Pizzeria.


Da ich heute morgen schon mit leichten Halsschmerzen aufgewacht war, besorgten wir noch ein paar Medikamente in der Apotheke und begaben uns dann schnell ins Bett, um auszuschlafen.

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