Jakobsweg 2019

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27. April 2019

Tag 26 - 25. Etappe

27 km von Villafranca del Bierzo nach Laguna de Castilla.


Heute morgen ging es nach einem guten Frühstück erst einmal durch die Straßen von Villafranca del Bierzo.

Nachdem wir den Ort verlassen hatten, führte der Weg entlang der Straßen. Heute war der Weg relativ eben und es ließ sich gut laufen. Bis wir gegen Ende der Etappe in Las Herrerías angekommen waren. Denn ab dort ging es an den Anstieg des letzten großen Berges auf dem Jakobsweg. In dem kleinen Dorf wurde den Pilgern angeboten, auf Pferden bis nach O Cebreiro zu reiten. O Cebreiro war einen Ort weiter als unser heutiges Ziel Laguna de Castilla.


Auf dem Weg den Berg hinauf, kamen uns die eben erwähnten Pferde entgegen, die jetzt wieder auf dem Heimweg von O Cebreiro nach Laguna de Castilla waren. Nur zwei von den Pferden wurden von den Besitzern geritten, drei weitere liefen ohne geführt zu werden neben- oder hinterher. Mir war jetzt schon oft aufgefallen, dass viele Tiere hier in Spanien genau wussten was sie machen sollten, ohne dass es ihnen gesagt wurde und ohne dass sie geführt wurden.


Nachdem die Pferde an uns vorbeigezogen waren, bog der Weg von der Straße ab und führte nun steil den Berg hinauf. Der Boden war steinig, matschig und rutschig, Wasser kam uns in kleinen Bächen entgegengeflossen. Ich konnte es kaum glauben, dass die Pferde hier mehrmals täglich hoch und runter kletterten. Als hätten die Pferdeäpfel und die Hufabdrücke auf dem Boden noch nicht als Beweise gereicht, bog kurze Zeit später ein Bauer auf einem Pferd von einem Seitenweg ein. Das Pferd schien keine Probleme mit dem schwer begehbaren Untergrund zu haben und wurde oben zum Grasen auf eine Weide gelassen.


Vom Aufstieg erschöpft, erhielten wir in der Herberge des kleinen Dorfes zwei Betten in einem 9-Betten-Schlafsaal, gemeinsam mit einem deutschen Paar, einem Kanadier, einer Französin und einem weiteren Pilger, von dem man allerdings nicht viel mitbekam, da er sich direkt hingelegt hatte und schlief. Abends lernten wir noch drei weitere deutsche Pilger kennen und unterhielten uns mit ihnen. Kurze Zeit später führte ein Bauer seine Kühe durch die Straße an der Herberge vorbei. Auch dieser sagte den Kühen so gut wie nichts, sondern sie wussten schon genau wo sie langlaufen sollten. Kurz danach kamen sogar zwei Kühe, die den Weg komplett alleine fanden, ohne von jemandem geführt zu werden.

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