Jakobsweg 2019

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25. April 2019

Tag 24 - 23. Etappe

27 km von Rabanal del Camino nach Molinaseca.


Wir waren ganz froh, die Strecke nach Foncebadón gestern nicht mehr gelaufen zu sein. Denn hier lag viel Schnee, und der Weg war an einigen Stellen wieder sehr matschig. Außerdem ging es stetig bergauf, da wir uns auf dem Weg zum höchsten Punkt des „Camino Francés” befanden. In Foncebadón machten wir eine kurze Pause und ich konnte es kaum fassen, dass wir erst 6 km gelaufen waren, da der Anstieg ziemlich anstrengend gewesen war.


Der weitere Anstieg von Foncebadón aus war zum Glück nicht mehr so steil, und so erreichten wir nach ca. 2 km den höchsten Punkt des Jakobswegs. Auf 1500 Höhenmetern war der Höhepunkt mit dem bekannten „Cruz de Ferro” (deutsch: Kreuz aus Eisen) gekennzeichnet, welches auf einem hohen Baumstamm montiert ist. Um diesen Baumstamm herum hatten viele Tausende Pilger einen Haufen von Steinen aufgetürmt, die ihre auf dem Weg abgelegten Sünden darstellen sollen.

Eine alte Pilgertradition, der auch wir Folge leisteten, indem wir unsere von zu Hause mitgebrachten Steine oben auf dem Haufen platzierten.

Nach einer kurzen Senke ging es hinter der nächsten Kuppe an den Abstieg. Von 1500 Höhenmetern auf ungefähr 600. Der steinige Abstieg erinnerte an den Abstieg nach Zubiri, zum Glück nicht so steil aber dafür viel länger.

Auf dem Weg trafen wir die Australierin von gestern Abend wieder und liefen bis zum nächsten Ort mit ihr gemeinsam. Dieser tauchte nach einer gefühlten Ewigkeit hinter einer Kuppe auf und ich hoffte schon, am Zielort angekommen zu sein. Leider lag dieser noch ca. 8 km weit entfernt.

Also legten wir hier nur eine kurze Pause ein. Genauso wie die Südkoreanerin aus San Martín del Camino und die beiden Italienerinnen aus Murias de Rechivaldo. Nach der kurzen Stärkung ging es also weiter den Berg hinunter. Die Strecke fühlte sich durch das langsame Hinunterkraxeln viel länger an, als sie eigentlich war. Auf dem Weg trafen wir eine Pilgerin aus den USA, die für uns das Bild am „Cruz de Ferro” gemacht hatte, und ihren Ehemann wieder und liefen das restliche Stück gemeinsam.


In Molinaseca angekommen, erhielten wir wieder ein Doppelzimmer in unserem Wunschhostel. Leider gab es dort dieses Mal kein Abendessen und da die ganzen Restaurants natürlich erst später öffneten, gab es heute abend nur belegte Brote und Kekse aus dem Supermarkt. Dann ging es schnell ins Bett, da wir vom Bergsteigen ganz schön erschöpft waren.

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