18. April 2019
Tag 17 - 16. Etappe
26 km von Carrión de los Condes nach Terradillos de los Templarios.
Heute lag die längste Strecke ohne Orte und Trinkwasserbrunnen vor uns. 17 km von Carrión de los Condes nach Calzadilla de la Cueza. Zusätzlich war für den ganzen Tag Regen angekündigt, weshalb wir schon in Regenponchos losliefen. Der Weg verlief über die gesamte Strecke flach und immer geradeaus und war von Schnecken übersät. Alle paar Schritte musste man aufpassen, dass man nicht auf eine drauftrat oder in die Überreste einer, auf die schon ein anderer Pilger getreten war. Dafür blieb aber der angekündigte Regen aus, weshalb wir unsere Ponchos wieder ausziehen konnten, die Sonne blieb aber von Wolken verdeckt, wodurch es nicht allzu warm wurde. Perfektes Wetter zum Laufen.
Nach ca. 16 km hätten wir schonmal eine kleine Pause verdient, aber es war noch kein Ort in Sicht, immer noch nur Wiesen und Felder so weit das Auge reichte. Ein wenig später kam auf der rechten Seite eine kleine, einsame Kirche in Sicht. Der zugehörige Ort war erst zu sehen, als man schon nur noch 400 m entfernt war, da er in einer kleinen Senke lag, in die man vorher noch nicht sehen konnte. Hier sah man auch direkt am Ortseingang eine Bar, die von den meisten Pilgern nach der langen Strecke genutzt wurde. So trafen wir hier zum Beispiel Greta und die drei Pilgerinnen aus Taiwan wieder.
Nach einer kleinen Stärkung ging es dann weiter auf die kürzeren Wegabschnitte. Im Ort vor Terradillos de los Templarios machten wir auch nochmal eine kurze Trinkpause in einer Bar. Kurz darauf kam Greta herein und erkundigte sich bei uns, ob sie noch auf dem richtigen Weg war, weil ihre Navigationsapp einen anderen Weg anzeigte, von dem sie schon abgekommen war, weil sie den bekannten gelben Pfeilen gefolgt war. Nachdem wir ihr gesagt hatten, dass dies noch der richtige Weg war, verließ sie vor uns wieder die Bar. Währenddessen hatte es dann doch angefangen zu regnen, weshalb wir die letzten 2 - 3 km im Nieselregen zurücklegten.
Unsere ausgesuchte Herberge lag noch ein wenig außerhalb vor dem Ort, weshalb wir doch wieder schnell ins Trockene gelangten. Da die Doppelzimmer schon wieder alle vergeben waren, wahrscheinlich wieder reserviert, es war erst kurz nach 14:00 Uhr, wurden wir in ein 10-Mann-Zimmer geführt, in dem bisher nur eine Pilgerin aus Ungarn untergebracht war. Kurz nach uns wurde Greta hineingeführt und wir waren alle drei sehr erstaunt, dass sie nach uns angekommen war, obwohl sie ja vor uns losgegangen war. Nachdem ich vom Duschen wieder in den Schlafraum kam, waren noch einige andere Pilger angekommen, unter ihnen auch der Schnarcher aus Boadilla del Camino. Dieser begrüßte mich auf Englisch mit den Worten „Jetzt sind wir wieder auf einem Zimmer, erinnerst du dich noch an mich?”, worauf ich nur knapp mit „Ja, ich erinnere mich noch sehr gut an dich.” antwortete.
Na das kann ja eine tolle Nacht werden.