14. April 2019
Tag 13 - 12. Etappe
20 km von Atapuerca nach Burgos.
Wir gingen heute wieder früh morgens, noch im Dunkeln, los. Da der Weg direkt aus dem kleinen Dorf hinaus, einen Berg hinaufführte, kam auch zum ersten Mal meine neue Taschenlampe zum Einsatz. Der Anstieg war sehr steil, aber der höchste Punkt, der mit einem großen Kreuz markiert war, war schnell erreicht.

Auf der Ebene hinter dem Kreuz hatten viele Pilger Worte, Kreise und Herzen aus Steinen auf den Boden gelegt.
Nachdem der Weg ein kurzes Stück über diese Ebene verlaufen war, ging es auch schon wieder an den Abstieg. Von oben konnte man schon Burgos, oder zumindest einen Vorort davon, und zwei kleinere Orte davor sehen. Beim Abstieg fingen leider wieder die Knie an zu schmerzen, was leider auch noch ein Stück weiter anhielt.
Im ersten Ort, durch den wir auf unserem Weg kamen, gab es natürlich keinen Supermarkt, weshalb wir auf einem Platz unsere letzten Rationen verzehrten und an einem Brunnen unsere Wasserflaschen auffüllten.
Danach ging es schon nach Burgos rein, auf dem Weg durch den Vorort fingen die Füße auch wieder an zu schmerzen. Wir hatten uns in Burgos das „Hostel Burgos” ausgesucht, ein normales Hostel, nicht nur für Pilger.
Als wir ein Doppelzimmer buchen wollten, wurde uns mitgeteilt, dass keine Doppelzimmer mehr frei seien, weshalb wir dann doch ein Zimmer mit vier Stockbetten bezogen. Komischerweise sahen wir im gesamten Gebäude keine einzige andere Person.
Während wir im Essenssaal saßen und auf unsere Wäsche warteten, hörten wir draußen vor den Festern Musik spielen. Als wir hinausschauten, erblickten wir den Palmsonntagsumzug von Burgos, bestehend aus einer Musikgruppe, an dem aber nicht sehr viele Menschen teilzunehmen schienen.
Nachdem unsere Wäsche fertig gewaschen und getrocknet war, machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um zu Abend zu essen. Unterwegs kamen wir an der riesigen Kathedrale von Burgos vorbei.


Desweiteren waren überall in der Stadt Statuen aus Metall verteilt, unter ihnen auch ein Pilger, der auf einer Bank saß.



Als wir nach dem Abendessen wieder in unser Zimmer zurückkehrten, waren wir sehr überrascht, dass doch noch jemand anderes in unserem 8-Mann-Zimmer saß. Ein Pilger aus Australien, der den Camino jetzt schon zum zweiten Mal läuft. Wir unterhielten uns eine Zeit lang mit ihm über den Jakobsweg, aber auch andere Dinge. Er erzählte uns zum Beispiel, dass der Weg auf der morgigen Etappe bei seinem letzten Mal an einigen Stellen so matschig gewesen war, dass er nur langsam voran gekommen war und alle fünf Meter seine Schuhe komplett verklebt waren, sodass er sie erst einmal abwischen musste.
Nachdem er sich auf den Weg in die Stadt zum Abendessen gemacht hatte, begaben wir uns in unsere Schlafsäcke, um für den nächsten Tag gut ausgeschlafen zu sein.