Jakobsweg 2019

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13. April 2019

Tag 12 - 11. Etappe

32 km von Belorado nach Atapuerca.


Noch vor Sieben ging es heute wieder los. Zum einen, weil wir heute wieder eine längere Etappe vor uns hatten, zum anderen, weil die ausgesuchte Herberge wieder nur eine geringe Anzahl an Betten aufwies. Außerdem wollten wir heute etwas langsamer gehen und mehr Pausen machen, um die Schmerzen an Füßen und Beinen möglichst gering zu halten.


Also ging es bei -1 °C durch die dunklen Straßen der noch schlafenden Stadt. Auf dem Weg trafen wir eine Pilgerin aus Südkorea, die sich uns anschloss. Als wir uns zum Frühstück in eine Bar in einem kleinen Ort setzten, gesellte sich eine Pilgerin aus Holland zu uns dreien, die wir am Abend in Los Arcos kennengelernt hatten, und die anscheinend auch unsere Begleiterin schon kannte.


Wir setzten unseren Weg fort und machten ein paar Orte später, am Fuß des Berges auf der heutigen Etappe, gemeinsam mit der Holländerin nochmal eine Pause. Danach ging es auch schon an den steilen Anstieg. Oben angekommen hatte man einen guten Ausblick und sah auf den Bergspitzen schon wieder Schnee liegen, obwohl es mittlerweile schon wärmer war, im Laufe des Tages sollte die Temperatur sogar auf 20 °C steigen.

Danach ging es ein langes Stück durch einen Wald über die „montes de oca” (deutsch: Gänseberge), mehrere hintereinander liegende Berge. An einigen Kunstwerken aus Holz hatte eine nette Frau gerade einen Stand aufgebaut, an dem man sich, erneut gegen „Donativo”, Speisen und Getränke nehmen konnte. Viele der Pilger machten dort Rast, da es sonst auf der Strecke erneut nichts anderes gab.

Gegen Ende der Strecke, kurz vor Agés, fingen dann doch die Füße und Knie an zu schmerzen und wir hatten mittlerweile schon fast 30 km auf dem Tacho. Allerdings hatten wir uns schon am Morgen entschieden, noch 2,5 weitere Kilometer bis Atapuerca zu laufen, da es in Agés wieder nur Schlafsäle, keine Waschmaschine und keinen Supermarkt gab. In Atapuerca sollte es allerdings all dies geben.


Atapuerca ist ein sehr kleines Dorf, das aber relativ bekannt und mittlerweile auch ein UNESCO-Welterbe ist, weil hier ganz in der Nähe, in mehreren Karsthöhlen bis zu 800.000 Jahre alte fossile Knochen der Gattung Homo gefunden wurden. Diese sind bisher die ältesten Nachweise von Menschen in Europa.


In Atapuerca angekommen, gingen wir direkt zu unserer ausgesuchten Herberge, die aus zwei kleinen Häusern mit Räumen für mehrere Pilger bestand. Immerhin weniger als in den großen Schlafsälen. Waschmaschine war vorhanden, aber der versprochene Supermarkt war leider nur eine Bäckerei, die auch einige andere Kleinigkeiten verkaufte. Nun galt es hoffen, dass morgen, am Sonntag, in den nächsten Dörfern ein Supermarkt oder eine Bar geöffnet haben.

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