Jakobsweg 2019

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8. April 2019

Tag 7 - 6. Etappe

21 km von Estella nach Los Arcos.


Nach einem kurzen Frühstück auf dem Zimmer (dieses mal kein Gebäckstück mit Marmelade) und einer schnellen Dusche, ging es gemeinsam mit den beiden Pilgern aus Berlin/Brandenburg, die wir gestern kennengelernt hatten, Richtung Los Arcos.


Nach ca. 1,3 km kamen wir an der Weinkellerei „Bodegas Irache” vorbei. Diese ist bekannt für ihren Brunnen. Auf dem gesamten Jakobsweg sind kleine Brunnen verteilt, an denen man Trinkwasser nachfüllen kann, aber dieser hier ist etwas besonderes. Denn zusätzlich zu Trinkwasser, kann man sich hier an einem Extrahahn auch Wein ausschenken lassen. So werden hier täglich maximal 100 Liter Wein an die Pilger ausgeschenkt.

Nach 9 km wurde eine 12 km lange Strecke angekündigt, auf der es nichts mehr zu essen oder zu trinken gäbe. Da wir auf der ersten Etappe schon eine längere Strecke ohne Raststätten zurückgelegt hatten, machten wir uns aber keine allzu großen Sorgen. Wir schritten also für 12 km durch Wiesen, Felder und Wälder, selbst die Autobahn, die zu Beginn noch neben unserem Weg verlief, war irgendwann aus unserem Blickfeld verschwunden. Wir fanden aber dann doch etwas zu essen. Es gab zwar wirklich keine Dörfer oder gar einzelne Häuser auf der Strecke, aber glücklicherweise hatte ein netter Mann seinen „Food-Truck” ungefähr bei der Hälfte der Strecke aufgebaut, bei dem man sich leckere „Bocadillos” (belegte Baguettes) oder etwas zu trinken kaufen konnte.

In einem Gespräch mit einer anderen deutschen Pilgerin erfuhren wir, dass es mittlerweile anscheinend Legenden über zwei deutsche Pilger gab, die trotz Sperrung (den meisten anderen Pilgern war gesagt worden, dass der Pass gesperrt sei) über den „roten” „High Way” von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Roncesvalles gelangt waren (1. Etappe). Die anderen drei Pilger aus Italien und der Schweiz werden in diesen Erzählungen aber offenbar nicht erwähnt.


Eine andere Frage, die uns erstaunlicherweise oft gestellt wird ist, ob wir Brüder oder Zwillinge sind. Wenn wir daraufhin antworten, dass wir Vater und Sohn sind, reagieren die meisten sehr überrascht und sagen, dass mein Vater sehr jung und genauso wie ich aussehen würde.


Zum Abendessen gab es von der Besitzerin der Herberge, die wirklich alles alleine zu machen schien, selbst gemachte Linsensuppe mit Würstchen, eines meiner Leibgerichte. Nach dem Essen blieb eine Gruppe von Pilgern am Tisch sitzen. Diese bestand aus Pilgern aus aller Welt, die viel zu erzählen hatten: Aus Kanada, den USA, Mexiko, Irland, Niederlande und wir aus Deutschland.

Nach ein paar Stunden netter Gespräche gingen alle ins Bett, um für die morgige, längere Etappe gewappnet zu sein.

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