Jakobsweg 2019

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5. April 2019

Tag 4 - 3. Etappe

23 km von Zubiri nach Pamplona.


Heute morgen waren die Schmerzen erstaunlicherweise fast komplett weg, sodass ich direkt um 6:00 Uhr aus dem Bett springen konnte um mich für die heutige Etappe fertig zu machen.

Denn der heutige Plan lautete, so schnell wie möglich nach Pamplona gelangen, um in der Herberge „Casa Paderborn” einen Platz zu erhalten. Denn, wie der Name schon vermuten lässt, ist dies eine deutsche Herberge, die einen sehr guten Ruf hat, aber leider nur 26 Plätze.

Wir wollten also schon um 6:30 losmarschieren und auf dem Weg frühstücken, entschieden uns aber dann doch dafür, in Ruhe in der „WG” zu essen. Es sollte sich herausstellen, dass dies eine sehr gute Entscheidung gewesen war.


Denn so wie die gestrige Etappe aufgehört hatte, fing die heutige an. Ein steiler Abstieg, bestehend aus Stein und Matsch. Wären wir hier schon um 6:30 im Dunkeln langgelaufen, wären wir sehr wahrscheinlich ein paar mal ausgerutscht. Da wir nach dem Frühstück erst um 7:30 hier entlang kamen und es schon so hell war, dass man einigermaßen etwas sehen konnte, konnten wir diesen Abstieg sicher hinunterlaufen.


Die heutige Etappe war zur Erleichterung ebener als die beiden vorigen, keine hohen Berge oder langen Abstiege. Außerdem kamen wir auch in mehreren anderen Orten vorbei, ebenfalls im Gegensatz zu den anderen beiden Etappen.

Während ich mich auf einer Bank ausruhte, gesellte sich eine Katze zu mir.

Als wir in dem Ort ankamen, der in unserem Guide als letzter Ort vor Pamplona gekennzeichnet war, erkannten wir, dass dieser Ort, der von außen einfach nur wie ein kleines Dorf aussah, eigentlich schon ein Vorort von Pamplona war, und ziemlich groß war und viele Läden etc. hatte.


Pamplona generell war eine ziemlich große Stadt, anders als ich es erwartet hatte. Das eigentliche Pamplona selbst war rund um eine mittelalterliche Festung im Zentrum der Stadt gebaut. Da diese auf einem höher gelegenen Berg liegt, gibt es in Pamplona einen großen, öffentlichen Aufzug, um die Leute schneller ins Zentrum zu bringen.

In Pamplona werden noch heute in der großen Stierkampfarena Stierkämpfe abgehalten und einmal im Jahr wird ein Stierrennen veranstaltet, bei dem sich die Bewohner und auch Touristen von Stieren einmal quer durch die Festung jagen lassen. Diese Stierrennen sind in einem Denkmal verewigt worden.

Die Herberge „Casa Paderborn” öffnet ihre Türen um 13:00 Uhr. Da wir „erst” um 13:30 an der Herberge ankamen, fürchteten wir wieder, dass wir keinen Platz bekommen könnten. Eine nette ältere Dame begrüßte uns allerdings freundlich auf deutsch und sagte, dass so früh noch nicht viele andere Pilger ankommen würden. Es stellte sich heraus, dass von den 26 Betten bisher erst 4 oder 5 belegt waren.

Kurze Zeit nachdem wir eingetroffen waren, traf eine relativ große Gruppe von deutschen Pilgern in der „Casa Paderborn” ein. Sie hatten sich alle erst auf dem Weg kennen gelernt und waren dann zusammen hierher gekommen. Diese Pilger kamen aus allen Gegenden Deutschlands, aus Berlin, Hamburg, Stuttgart, Freiburg und aus dem Bergischen Land. Es waren allerdings auch Pilger dort, die nicht aus Deutschland kamen. Zum Beispiel aus Lithauen, den USA, Italien und Finnland.


Als ich gerade unsere Wäsche zur Waschmaschine brachte, hörte ich eine vertraute Stimme aus dem Anmelderaum. Als ich eintrat sah ich Linda, unsere Mitpilgerin aus China, die wir seit dem Vortag nicht mehr gesehen hatten, und die jetzt gerade noch das letzte Bett in der „Casa Paderborn” ergattert hatte. Sie hatte sich auf der heutigen Etappe verlaufen und war sehr erfreut uns hier anzutreffen. Damit war dann eine weitere Nation in der „Casa Paderborn” vertreten.


Am Abend plauderten wir noch ein wenig mit den anderen deutschen Pilgern und den beiden deutschen „Hospitaleros”, zwei ältere Damen, die einem Verein angehören, von dem alle drei Wochen zwei Mitglieder zur „Casa Paderborn” geschickt werden, um dort die Pilger aufzunehmen und zu versorgen.

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