4. April 2019
Tag 3 - 2. Etappe
22 km von Roncesvalles nach Zubiri.
Um 6:30 Uhr wurden die Pilger im Kloster offiziell von den „Hospitaleros” geweckt.
Allerdings waren die meisten Pilger zu dieser Uhrzeit schon auf den Beinen, weil um 6:00 Uhr einige Wecker klingelten und daraufhin die meisten Pilger aufsprangen um sich startklar zu machen. Nach einem eher spärlichen Frühstück, bestehend aus einer großen Scheibe Toastbrot, Butter und Marmelade, einem Glas Orangensaft und Kaffee, ging es dann auch für uns los.
Erstes Ziel: einen „Supermercado” finden um Proviant zu kaufen.
Im ersten Ort nach Roncesvalles wurden wir auch direkt fündig und kauften ausreichend Wegzehrung. Hier trafen wir auch Linda, eine chinesische Mitpilgerin, wieder, die wir gestern im Kloster kennengelernt hatten. Wir setzten den Weg gemeinsam fort, allerdings lief sie ein gutes Stück schneller als wir und bald hatte sie uns abgehängt. Wir sahen sie zwar ab und zu wieder, wenn sie eine Pause einlegte, aber gegen Ende der Etappe hatten wir sie komplett verloren und trafen sie auch in Zubiri nicht wieder.
Obwohl ich eigentlich erwartet hatte, dass wir nach der Überquerung der Pyrenäen heute eine ebenere Strecke ohne große Höhenveränderungen vor uns hätten, verlief die heutige Etappe über hintereinander liegende kleine Berge. Immer wieder ging es hoch und runter, hoch und runter.
Bis zum Schluss. Dieser bestand aus einem mehrere Kilometer langen Abstieg, der Boden eine Mischung aus hartem Stein und rutschigem Matsch. Eine schwere Angelegenheit, die vor allem die Knie belastete, was man am Ende des Tages auch merkte. Rücken, Beine und Füße schmerzten so stark, dass ich das Gefühl hatte, die morgige Etappe nicht beschreiten zu können.
Nachdem wir in Zubiri angekommen waren, erhielten wir nach zwei Absagen einen Raum in einer der Herbergen. Wir wurden zu einem anderen Gebäude geführt, da der Raum sich in einer neuen Wohnung befand.
Diese war wie eine WG aufgebaut, eine gemeinsame Küche, zwei Badezimmer und vier Räume für die Pilger. Wir teilten uns die „WG” mit zwei Pilgerinnen aus Polen und einer aus Kroatien in einem Zimmer, einem koreanischen Paar im dritten und einem Mann im letzten Zimmer, von dem wir allerdings nicht viel mitbekommen haben. Im großen und ganzen war diese „WG” sehr schön und bisher hat sie mir von allen Herbergen am besten gefallen.
Als wir langsam durch Zubiri gingen, auf der Suche nach einem „Supermercado” und Abendessen, machten sich die Schmerzen nochmal bemerkbar, aber nachdem man eine Weile ohne den Rucksack auf dem Rücken gelaufen war, ging es eigentlich schon wieder ganz gut. Wir trafen auch die dänische Mitpilgerin wieder, mit der wir uns am ersten Tag das Taxi geteilt hatten, und teilten ein paar Erlebnisse miteinander.
Schließlich nahmen wir in dem anscheinend einzigen Restaurant in Zubiri Platz, welches dementsprechend auch ziemlich überfüllt war.
Wir saßen an einem Tisch mit einem holländischen Paar und führten ein nettes Gespräch mit ihnen, in dem irgendwann auch der Satz fiel, dass dieses Restaurant eine Goldgrube sei, wenn es wirklich nur so wenige Restaurants in Zubiri gäbe und jeden Tag so viele Pilger ankämen.